STIMMEN

WINTERSONG ist überraschend und vielfältig: Interview, Musikvideo und Experiment. Zudem noch Reisefilm, Konzertfilm und Porträt. Aber alles fügt sich zum überzeugenden Bild eines Musikers, der ebenso pathetisch wie unsicher ist. In einer besseren Welt, würde das Musikfernsehen so aussehen.

Jörg Adolph

Es gibt viele Gründe, diesen Film zu mögen. Zum Beispiel, weil er sehr sorgfältig, geradezu liebevoll gemacht ist. Einfach, doch reich an Einfällen. Genau wie die Songs, die er zum Thema hat. Weil es die Autoren verstehen, eine intime Nähe herzustellen zur Welt ihres melancholischen «Stars», ohne indiskret zu werden. Weil wir einen Sänger kennen lernen, der die Kleinstädte liebt. Der es hasst, vor Publikum zu spielen. Der seine Songs nicht schreibt, um zu gefallen, sondern um «seinen Gefühlen einen Soundtrack zu verleihen». Weil wir eine der berührendsten Liebeserklärungen an eine Frau zu hören bekommen - und sie erst noch glauben. Wegen einer langen Szene, wo nur auf einem verstimmten Klavier herumgeklimpert wird. Wegen der Langsamkeit und der Stille, in die wir hineingezogen werden - ohne dass man schläfrig würde...

Peter Liechti

WINTERSONG ist weniger das, was man sich im Allgemeinen unter einem Musikfilm vorstellt, als vielmehr die Reise in das Innere eines Musikers. Ich werde mitgenommen auf eine Reise durch Orte, Gegenden, biographische Stationen, die gleichsam den Resonanzboden für die Musik bilden, die uns begleitet. An der Reibungsfläche zwischen äusserem und innerem Raum entsteht die Musik eines Menschen, der sich ausdrückt, weil er sich ausdrücken muss. Es ist das unbedingte, das beinahe obsessive, das in der Person von Chris Hooson spürbar wird und das seiner Musik ihre Kraft gibt. Die Flüchtigkeit der Super Acht Bilder, die nichts zu erklären versuchen, was ich nicht selbst sehen oder hören kann, verbindet sich mit dem Schwebenden der Musik und verdichtet sich zu einer Stimmung, die den Film trägt und manchmal auch in die Hölle eines Menschen schauen lässt. Oder wie Hooson es selbst ausdrückt: «You are outside, planting things in the garden, while life falls apart».

Nicolas Humbert

A clear vision of a film that integrates with both the inner spirit and outer reality of it's subject. As though the filmmakers and the musicians were all brothers cut from the same cloth.

Peter Mettler

Die jungen Filmemacher Benny Jaberg und Pascal Hofmann führen uns mit grosser Sensibilität in das kreative Universum von Chris Hooson, dem Sänger und Songwriter der englischen Band Dakota Suite, ein. Die Art und Weise, wie sie die Musik und Poesie hervorheben, erlaubt dem Publikum einen wirklichen Einblick in den kreativen Prozess des schmerzgeplagten doch äusserst inspirierten Autoren. Dieser Schulfilm verspricht eine aussichtsreiche Zukunft!

Lobende Erwähnung, «visions du réel» 2006, festival international de cinéma, Nyon